74722 Buchen (Odenwald)

Buchen im Odenwald

Eberstadter TropfsteinhöhleDie Tropfsteinhöhle im Buchener Stadtteil Eberstadt verdankt ihre Entdeckung dem sprichwörtlichen Zufall. Routinemäßige Sprengarbeiten legten im Jahr 1971 unerwartet eine größere Öffnung in der Steinbruchwand frei.

Bereits die ersten vorsichtigen Erkundigungen ließen die atemberaubende geologische Schönheit eines Naturdenkmals erahnen, das einmalig in Süddeutschland ist. Im geographischen Grenzgebiet am Rande des Odenwaldes ist erstmals eine Höhle im sogenannten unteren Muschelkalk entdeckt worden.

Das Alter der Eberstadter Tropfsteinhöhle wird von Fachleuten auf ein bis zwei Millionen Jahre geschätzt. In dieser Zeit wurde der Hohlraum beträchtlichen Ausmaßes geschaffen und es entstanden Tropfsteine unterschiedlichster Facetten. Als Stalaktiten hängen sie von der Decke, als Stalagmiten wachsen sie von der Höhlensohle empor, unterschiedlichste Sinterformen verkleiden Decken, Wände und den Höhlenboden - mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von circa einem Kubikzentimeter in hundert Jahren können sich diese fantastischen Tropfsteingebilde aufbauen.

LED-Beleuchtung und musikalische Untermalung

2014/2015 wurde die Beleuchtung der Tropfsteinhöhle auf Energie sparende LED-Technik umgestellt. Die Ausleuchtung der Tropfsteinhöhle wurde dadurch weiter optimiert. An verschiedenen Stationen stehen den Höhlenführern durch die LEDs mehrere Lichtszenarien zur Verfügung, die die Höhle in ein beinahe magisches Licht tauchen und durch die passende musikalische Untermalung an drei Stationen fühlen Sie sich wie in eine andere Welt versetzt. Erleben Sie die Tropfsteinhöhle völlig neu. Da die LEDs kaum Wärme abstrahlen, hat sich dadurch auch die "Höhlen-Flora" zurückgebildet.

Eingangstor zum UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald

Die Eberstadter Tropfsteinhöhle ist vom Netzwerk Europäischer Geoparks zu einem von insgesamt nur fünf Geopark-Eingangstoren im Odenwald bestimmt worden, nachdem sie schon heute mit jährlich mehr als 60 000 Besuchern zu den großen touristischen Attraktionen im südöstlichen Odenwald zählt. Damit nimmt Buchen im Geopark-Gebiet eine herausragende Rolle ein.

Weitere Informationen zum UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald unter: Webseite

Als südöstliches Eingangstor in den von der UNESCO anerkannten Geopark Bergstraße-Odenwald erlebt man eine spannende Zeitreise in der Erdgeschichte.

Als südöstliches Eingangstor in den von der UNESCO anerkannten Geopark Bergstraße-Odenwald erlebt man eine spannende Zeitreise in der Erdgeschichte. Unvergesslich die Eindrücke, die die Höhle mit ihrem Formenreichtum und ihrer Schönheit beim Besucher hinterlässt. Eine dezente Beleuchtung setzt natürliche Schönheit in künstliches Licht. Fast jedes Tropfsteingebilde hat einen eigenen Namen in dieser märchenhaften Welt. Da geht die „Weiße Frau von Eberstadt“ um, der „Elefantenrüssel“ sucht nach Wasser und der „Vesuv“ steht kurz vor dem Ausbruch. Im hinteren Drittel der Höhle wartet eines der schönsten Tropfsteingebilde Europas darauf, angeschnitten zu werden: die „Hochzeitstorte“.

Der mühelos begehbare Teil der ehemaligen Flusshöhle schlängelt sich rund 600 m durch die unterirdische Muschelkalkformation. Mal enge Schlucht, mal lichter Dom - zwischen zwei und acht Meter breit und hoch. Die Temperatur innerhalb der Höhle liegt das ganze Jahr hindurch konstant bei 11 Grad, die Luftfeuchtigkeit etwa bei 95 %. Diese Märchenwelt unter Tage erschließt sich auch Rollstuhlfahrern oder Gehbehinderten, denn es gibt keine Stufen. Diese Wunderwelt kann zwischen 10 und 16 Uhr, meist zur vollen Stunde, bei täglichen Führungen im Sommer erkundet werden. Für Gäste aus der Metropolregion Rhein-Neckar ist die Höhle mit der S-und einer Busverbindung erreichbar.

Forscher entdeckten in den letzten Jahren gleich in der Nachbarschaft der Schauhöhle eines der größten und schönsten Höhlensysteme in Süddeutschland. Die „Hohle-Stein-Höhle“ und die „Kornäckerhöhle“ sind aber aus Sicherheitsgründen derzeit nicht befahrbar. Im Medienraum beim Kiosk der Höhle wird dem interessierten Besuchern die „Eberstadter Höhlenwelt“ anhand einer Multivision präsentiert.

Geologischer Lehrpfad

Auf dem geologischen LehrpfadAm Parkplatz der Tropfsteinhöhle beginnt ein informativer „Geologischer Lehrpfad“ mit Schautafeln zu Geologie, Landschaft und Ökologie.

Außerdem erklärt im Waldgebiet unweit der Höhle ein Naturlehrpfad Wissenswertes zu Pflanzen und zur Tierwelt unserer Heimat: sinnvolle Ergänzungen zur Höhlenführung.

Entstehung der Tropfsteinhöhle

Klüftiges und wasserdurchlässiges Gestein des Unteren MuschelkalksDie Eberstadter Höhlenwelten entwickeln sich im Unteren Muschelkalk, dem so genannten Wellenkalk. Er bildete sich vor rund 235 bis 243 Millionen Jahren, als das heutige Festland Mitteleuropas von einem flachen Meer bedeckt war. Vorwiegend Muschelschalen sowie am Meeresboden abgelagerte Skelette und Panzer von Meerestieren bauten das Gestein mit seinem sehr hohen Kalkgehalt und seiner hellgrauen bis gelblichen Farbe auf. Weitere Ablagerungen von mehreren hundert Metern Mächtigkeit sorgten dafür, dass der Wellenkalk verdichtet und verfestigt wurde. 

Vor rund 45 Millionen Jahren begann der Oberrheingraben durch weiträumige Bewegungen in der Erdkruste einzusinken. Die Grabenränder wurden entgegengesetzt dazu hochgedrückt und die Flanken gekippt, so dass die übereinander lagernden Gesteinsschichten hier nach Südosten einfallen. Mit der Heraushebung ging gleichzeitig die Verwitterung und Abtragung der verschiedenen Gesteinschichten einher. Im östlichen Odenwald ist die Abtragung bis in die Schichten des Buntsandsteins vorangeschritten. Im Bauland wurde das darüber lagernde Paket des Muschelkalks freigelegt.

Tropfsteingebilde in großer VielfaltSobald die Höhle kein vollständig mit Wasser gefülltes Röhrensystem mehr ist sondern vielmehr von einem Bach durchflossen wird und darüber ein Luftraum existiert, kann die Bildung von Tropfsteinen einsetzen. Beim Eintritt in die Höhlenatmosphäre entweicht nämlich dem Sickerwasser, das durch Risse an der Decke und den Wänden der Höhle eindringt, Kohlenstoffdioxid. Dadurch verringert sich die Kapazität, Kalk zu lösen. Bereits gelöster Kalk fällt aus und baut Tropfsteingebilde unterschiedlichster Formen auf.

Bei den Eberstadter Höhlenwelten wirken verschiedene Faktoren zusammen, die die Höhlenbildung begünstigen. Neben der Reinheit und Löslichkeit des Kalkes, der günstigen Jahresdurchschnittstemperatur, dem hohen Niederschlag, dem Vegetationsreichtum, dem Gefälle der Schichten und der Wasserdurchlässigkeit des Gesteins trägt vor allem die verwitterungsresistente Schaumkalkbank, die die Höhlendecke bildet, zur Entstehung der Höhlen im Unteren Muschelkalk bei Eberstadt bei.

Geschichte des Steinbruchs

Geschichte des SteinbruchsIm Steinbruch Buchen-Eberstadt werden spätestens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert Kalksteine des Unteren Muschelkalks für den Verkehrswegebau abgebaut.

In der topographischen Karte von 1902 ist bereits ein ca. 50 m breiter Steinbruch eingetragen. Bis zur Ausgabe von 1965 wird dieser Abbau als Kiesgrube im Gewann „Geisbaum“ bezeichnet, was daraufhin deutet, dass zunächst vor allem aufgelockerter Kalkstein (Bergkies) gewonnen wurde.

Der erste Steinbruch lag im Bereich des heutigen Höhlensees direkt an der Straße nach Eberstadt. Heute hat die Stadt Buchen als Besitzerin den Steinbruch an die Firma Schotterwerke Hohenlohe-Bauland (www.shb-schotter.de) verpachtet.

Die aus den tonarmen Kalksteinen des Wellenkalks 3 und  der Schaumkalkschichten erzeugten Schotter- uns Splittkörnungen werden überwiegend für den Verkehrswegebau genutzt, größere Blöcke aus den Schaumkalkbänken werden für den Garten- und Landschaftsbau, z. B. für Mauern und Ufer- bzw. Hangbefestigungen eingesetzt.

Steinbruch von oben

Entdeckung und Ausbau

Entdeckung der Höhle 1971Zugang zu einer Höhle von überraschender Größe und Schönheit

Verwundert stellten im Dezember 1971 die Arbeiter des Sprengkommandos im Steinbruch fest, dass ihre Sprengstoffpartronen beim "Besetzen" der Bohrlöcher in der Steinbruchwand in Hohlräumen verschwanden. Als sich dann am 13. Dezember 1971 wieder einmal der Pulverdampf nach Sprengarbeiten verzog, klaffte ein ein Meter hoher und zwei Meter Spalt im Fels. Der damalige Sprengmeister Rudolf Gaukel aus Walldürn und Helmut Krämer aus Eberstadt brachten die Kunde von einem "großen Loch" nach Eberstadt. Nachdem bereits im Jahr 1953 die Bürger von Eberstadt mit großem Einsatz am Ausbau des Hohlen Steins zu einer begehbaren Höhle mitgearbeitet hatten, das Projekt aber bald aufgeben mussten, entflammten nun erneut Begeisterung und Forscherdrang.

Die Eberstadter Tropfsteinhöhle sei die erste Höhle von überragender Größe und Schönheit im "Unteren Muschelkalk Süddeutschland", urteilte Dr. Fritz vom Geologischen Landesamt Baden-Württemberg zwei Tage nach der Entdeckung.

Wilhelm Eberle, der damalige Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Eberstadt, forcierte mit unermüdlichen Einsatz den Ausbau der Tropfsteinhöhle zur Besucherhöhle und leitete selbst Planung und Umsetzung. 96 Männer und junge Burschen aus Eberstadt leisteten 7.500 freiwillige Arbeitsstunden. Am 9. September 1973, knapp zwei Jahre nach der Entdeckung, konnte die Schauhöhle für die Öffentlichkeit zur Besicchtigung freigegeben werden. Seither wurden über 4 Millionen Besucher durch die Eberstadter Höhlenwelt geführt.

 Entdeckung und Ausbau

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